Fernwärme in Deutschland – Zahlen, Anteil und Entwicklung

Fernwärme – in Deutschland meist leitungsgebundene Wärmeversorgung genannt – ist eine wichtige Heizform, insbesondere in städtischen Gebieten und Ballungsräumen. Sie spielt eine wachsende Rolle in der Energieversorgung und bei der Wärmewende.


Anteil an der Heizversorgung

  • Etwa 15 % der Wohnungen in Deutschland werden mittels Fernwärme beheizt. Das zeigt der Zensus 2022 und aktuelle Erhebungen zur Heizstruktur. (zensus2022.de)
  • Bezogen auf Gebäude ist der direkte Anteil etwas geringer, da Fernwärme häufiger in Mehrfamilienhäusern genutzt wird als in Einfamilienhäusern. (BDEW)

Damit ist Fernwärme nach Gas und Öl eine der bedeutenden Heizformen im deutschen Wohnungsbestand.


Stadt‑ und Regionalverteilung

Fernwärme ist besonders in Städten verbreitet:

  • In den größten deutschen Städten wie Berlin, Hamburg und München sind mehr als ein Drittel der Häuser an Fernwärmenetze angeschlossen – in München und Hamburg jeweils über rund 36 %, in Berlin etwas über 33 %. (Clean Energy Wire)
  • In manchen Großstädten (z. B. Köln) liegt der Anteil zwar niedriger (rund 11 %), es bestehen aber Ausbaupläne für deutlich höhere Quoten. (build-up.ec.europa.eu)

Fernwärme vs. andere Heizsysteme

Nach neuesten Daten zur Heizstruktur in Deutschland liegt Fernwärme klar hinter Gasheizungen, aber vor kleineren erneuerbaren Systemen:

Heizart Anteil an Wohnungen (ca.)
Erdgasheizung rund 56 %
Ölheizung rund 19 %
Fernwärme rund 15 %
Wärmepumpe rund 4 %
Holz/biogene Quellen rund 4 %
Quelle: Zensus 2022 und BDEW‑Analysen (zensus2022.de)

Fernwärme hat damit einen deutlicheren Anteil als viele reine erneuerbare Heizsysteme im Bestand – auch wenn diese in Neubauten stark zulegen. (Clean Energy Wire)


Infrastruktur und Ausbau

  • In Deutschland gibt es mehrere tausend Fernwärmenetze mit unterschiedlich großer Versorgungsfläche. (DIW Berlin)
  • Die Anzahl der Betreiber von Fernwärme‑ und Nahwärmenetzen sowie die investierten Mittel wachsen, da Energieversorger und Kommunen in Ausbau und Modernisierung investieren. (wire-tradefair.com)

Klimafakten und Energieträger

  • Fernwärme wird häufig aus Kraft‑Wärme‑Kopplung (KWK) erzeugt, wodurch hohe Wirkungsgrade erreichbar sind. In vielen Netzen stammt ein wachsender Anteil der Wärme aus erneuerbaren Quellen oder Abwärme. (Bayern Innovativ)
  • Zielvorgaben sehen vor, den Anteil klimaneutraler Fernwärme deutlich zu steigern: bis 2030 sollen mindestens 50 % der Fernwärme aus erneuerbaren Energien oder Abwärme stammen. (wire-tradefair.com)

Trends und Zukunft

  • In Neubauten wächst der Anteil von Fernwärme deutlich: Laut Branchenzahlen sind rund 25 % der neu angeschlossenen Wohnungen im Jahr 2024 mit Fernwärme versorgt – ein Zeichen für die Rolle der Fernwärme in der Wärmewende. (Clean Energy Wire)
  • Auch politische Zielsetzungen und städtische Wärmepläne setzen auf Ausbau von Fernwärme als klimaeffiziente Alternative zu reinen Einzelheizungen.

Fazit

Fernwärme ist in Deutschland eine wichtige Heizform mit einem Anteil von etwa 15 % am Wohnungsbestand. Besonders in Städten wie Berlin, Hamburg und München ist sie weit verbreitet. Der Trend zeigt:

  • Ausbau der Netze in städtischen und verdichteten Regionen
  • steigender Einsatz von klimafreundlichen Wärmequellen
  • Fernwärme als zentraler Baustein der Wärmewende in Deutschland

Die Rolle von Fernwärme wird in den kommenden Jahren weiter wachsen – sowohl im Bestand als auch in Neubauprojekten. (zensus2022.de)