Immobilien gehören für viele Menschen in Deutschland zu den wichtigsten Vermögenswerten – sowohl als Wohnraum als auch als Altersvorsorge. Doch im internationalen Vergleich zeigen Statistiken, dass Deutschland ein besonderes „Mieterland“ ist. Hier sind die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen im Überblick:
Eigentumsquote: Weniger als die Hälfte wohnen im eigenen Zuhause
- Wohneigentumsquote aktuell: Rund 47 % der Menschen in Deutschland leben in selbst genutztem Wohneigentum (Eigenheim oder Eigentumswohnung). Damit liegt Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt von etwa 69–70 %. (Trading Economics)
- Die Quote hat in den letzten Jahren leicht geschwankt, ist aber insgesamt unter 50 % geblieben, was im europäischen Vergleich einen der niedrigsten Werte bedeutet. (Trading Economics)
Deutschland gilt damit – nach der Schweiz – als eines der Länder mit der niedrigsten Wohneigentumsquote in Europa. (Vpv)
Unterschiede nach Haushaltstyp
- Rund 48 % aller Haushalte besaßen Anfang 2018 mindestens eine Immobilie – Haus oder Grundstück inklusive. (Statistisches Bundesamt)
- Besonders bei größeren Haushalten steigt die Eigentumswahrscheinlichkeit:
- Einpersonenhaushalte: etwa 31 % im Eigentum
- Haushalte mit 4 und mehr Personen: bis zu 70 % Eigentum. (Statistisches Bundesamt)
Eigentumsquote nach Familien
- Laut Zensus 2022 lebten 57 % der Familien im eigenen Zuhause – also Eigenheimbesitzer*innen. (zensus2022.de)
- Bei Paaren mit Kindern lag die Quote teilweise noch höher (z. B. circa 62 %). (zensus2022.de)
Regionale Unterschiede
Die Wohneigentumsquote variiert stark zwischen den Bundesländern:
| Bundesland | Eigentumsquote (ca.) |
|---|---|
| Saarland | ~59,5 % |
| Rheinland-Pfalz | ~50,7 % |
| Niedersachsen | ~48,8 % |
| Berlin | ~16,0 % |
| Hamburg | ~20,1 % |
| Quelle: Zensus 2022 (Stand Anfang 2025) (Wohnglück) |
Solche Unterschiede hängen von regionalen Miet- und Immobilienpreisen, Einkommen und städtischer Struktur ab.
Warum ist die Eigentumsquote so niedrig?
Mehrere Faktoren beeinflussen den relativ geringen Immobilienbesitz in Deutschland:
- Historisch starker Mietwohnungsbau nach dem Zweiten Weltkrieg
- Rechtliche Rahmenbedingungen und vergleichsweise starke Mieterschutzrechte
- Hohe Kaufnebenkosten und Finanzierungsbarrieren für viele Haushalte
- Relativ günstige Mietpreise im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (Expatica)
Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach Eigentum hoch: In Umfragen zeigen viele junge Erwachsene eine deutliche Kaufabsicht, auch wenn dies aufgrund von Preisen und Zinsen oft schwer umzusetzen ist. (AllGrund)
Fazit
Deutschland zeichnet sich durch eine relativ niedrige Wohneigentumsquote aus – im europäischen Vergleich leben dort mehr Menschen zur Miete als im eigenen Zuhause. Während Familien und größere Haushalte häufiger Eigentum besitzen, sind gerade in Städten wie Berlin Eigentumsquoten deutlich niedriger. Trotz hoher Nachfrage und starkem Interesse am Immobilienbesitz bleiben finanzielle Barrieren und strukturelle Faktoren herausfordernd für viele Haushalte.